70.892,73€ Fördergeld verschenkt

13.11.2018 15:03

Hövelmarktplatz soll ein Wohlfühlort für Hövelhof werden, nicht ein riesiger Parkplatz.

Die SPD Hövelhof kritisiert die Entscheidung des Gemeinderates zur Neugestaltung des Hövelmarktes.

"Ein Platz in der Mitte unseres Ortes. Für die Menschen, zum Wohlfühlen und verweilen. Wo Kinder spielen können, man es sich in einem Biergarten, auf der Außenterrasse der Eisdiele oder einfach so, gut gehen lassen kann. Ein Ort zum Durchatmen." so beschreibt Simon Farr, SPD Parteichef, den Vorschlag der SPD zum Hövelmarkt.  „So stellen wir uns einen Ortskern vor. Für die Menschen, nicht für Autos."

Am letzten Donnerstagabend wurde im Rat diese Chance vertan.

Die Besonderheit: Es gibt Fördergelder für die Neugestaltung. "Der Fördergeber fördert ausschließlich die Fläche, die dem Wohlbefinden und dem Aufenthalt für Menschen dient. Diese Förderung hat er bewusst so gewählt, so Farr weiter.

Wir haben uns mit sehr vielen Hövelhoferinnen und Hövelhofern unterhalten und gefragt, wie sie sich den Hövelmarkt "unseren Dorfplatz" vorstellen können. Die Frage war von uns bewusst offen gehalten. Hierbei kristallisierte sich ein Wunsch deutlich heraus:

Ein schöner Platz mit schöner Außengastronomie, wo die Eltern auf der Außenterrasse einer Gastronomie sitzen können und die Kinder auf dem Platz beim Springbrunnen unbehelligt spielen können, ohne auf jedes fahrende Auto zu achten." erläutert SPD Vize, Hendrik Kuske, die Herangehensweise der SPD Hövelhof. "So ist unsere Idee, aufbauend auf den Vorschlag der Verwaltung, entstanden."

Farr weist ausdrücklich darauf hin, dass mit den neuen 22 Parkplätzen am Schlossgarten, den Parkplätzen vor dem Rathaus und den, von der SPD vorgeschlagenen, 24 Parkplätzen auf dem Hövelmarkt ausreichend Parkplätze für Kirchenbesucher, für Familien mit kleinen Kindern und für Menschen, die nicht gut zu Fuß sind, vorhanden sind.

Die jetzige Entscheidung macht den Hövelmarkt zu einem riesigen Parkplatz. Zusätzlich verliert man durch diese Entscheidung 70.892,73€ an Fördergeld. Eine Nachbeantragung von Fördergeld ist nicht möglich. Eine Rückgabe jedoch schon. Diese Information wurde auch so, auf Rückfrage der SPD Ratsmitglied Simon Farr, bejaht.

Somit hätte man auch nach Beantragung, in der weiteren planerischen Gestaltung und der zwingend notwendigen Bürgerbeteiligung, den einen oder anderen Parkplatz noch hinzufügen können, wenn denn nötig.

"Schade bei dieser Entscheidung ist, dass man rund 70.000€ an Fördergeld nicht nutzt. Hiermit könnten wir viel Gutes für unseren Ort tun."

Die Leitentscheidung musste jetzt schnell gefällt werden, da das Förderprogramm ausläuft. Offen bleibt, warum das Thema nicht zeitgerechter durch die Verwaltung auf die Tagesordnung des Rates gesetzt wurde. 

Weniger trifft hierbei die Verantwortung die MitarbeiterInnen im Bauamt. Sie tun derzeit ihr Möglichstes und vieles darüber hinaus, sind jedoch völlig unterbesetzt. Der Bürgermeister hat zurückliegend mehrfach Forderungen der Grünen, der FDP und der SPD nach personeller Aufstockung der Verwaltung, als unbegründet abgetan. Die CDU in Hövelhof folgt ihm blind. "Man kann nur hoffen, dass sie dazu gelernt haben und demnächst proaktiv reagieren werden.", hofft Kuske weiter.

Die erste Verstärkung für das Bauamt zeichnet sich ab. Der Druck war doch zu groß. 

Dieses führt zu einem weiteren Problem des Gemeinderates mit absoluter CDU Mehrheit. "Die erste Prämisse der CDU Fraktion im Ort ist es, nicht sich sachlich mit Anträgen und Anregungen der Opposition auseinanderzusetzen, sondern das vordringlichste Ziel ist es, keinen Antrag der Opposition annehmen zu müssen.", macht Farr deutlich. " Diese Einstellung bedauere ich sehr, denn genau diese Einstellung führt dazu, dass die Politikverdrossenheit steigt. Und letztlich ist immer die Bürgerschaft die Leittragende.", resümiert Farr weiter.